Wohltätige Witwe. Rahel Amalia Trier

Über Rahel Amalia Augusta Trier ist kaum etwas bekannt, dennoch ist ihr Name bis heute mit der Universität Leipzig verbunden. Die vermögende Witwe stiftete Anfang des 19. Jahrhunderts Geld und ein großes Grundstück, um darauf eine Hebammenschule zu bauen. Diese Stiftung, das Triersche Institut, existiert bis heute als hochmoderne Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde fort.

Rahel Amalia Augusta Trier, um 1800

Rahel Amalia Augusta Trier, geboren am 20. November 1731, war die zweite Ehefrau des Juristen, Kaufmanns, Ratsherrn und Freimaurers Carl Friedrich Trier. Ein Freund und Verwandter der Triers und gleichzeitig Dekan der Medizinischen Fakultät, Johann Carl Gehler, konnte das vermögende Ehepaar für die Gründung eines Hebammeninstituts begeistern. Einrichtungen dieser Art waren gegen Ende des 18. Jahrhunderts noch neu, der Hebammenberuf begann gerade erst, sich zu professionalisieren. Medizinisch betreute Geburtsstationen gab es kaum. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1794 ließ Rahel Amalia Augusta Trier die Stiftung in ihrem Testament schriftlich festhalten.

Zur Einrichtung einer Hebammenschule vermachte sie der Universität ihr elf Hektar großes Gartengrundstück vor dem Peterstor, etwa dort, wo sich heute die Universitätsbibliothek Albertina und das Bundesverwaltungsgericht befinden. Zum Andenken an das Ehepaar Trier, das selbst kinderlos geblieben war, sollte die Ausbildungsstätte Triersches Institut genannt werden. Im März 1806, als Rahel Amalia Augusta Trier starb, wurde ihr letzter Wille vollzogen und das Grundstück ging an die Universität über. Vier Jahre später konnte das Triersche Institut schließlich dank weiterer Geldspenden eröffnet und sogar noch um eine Entbindungsanstalt mit sechs Betten erweitert werden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Einrichtung mehrfach vergrößert und verlegt.